Wie Hautpflege unsere Haut beschädigt

Schaden statt Schutz – Wie Hautpflege unsere Haut beschädigt

Das Cremen und Pflegen der Haut gehört für die Meisten von uns ganz selbstverständlich zur täglichen Körperpflege dazu. Wir benutzen verschiedene, oft auch kostspielige Cremes und Kosmetika in dem Glauben, unsere Haut damit zu schützen und zu pflegen.

Erschreckender Weise enthalten trotz des wachsenden Trends zu ökologischen Erzeugnissen und Naturkosmetika zu viele Produkte schädliche Zusatzstoffe. Besonders die in einer Vielzahl von Pflegeprodukten enthaltenden Bindemittel, sogenannte Emulgatoren, können in der Haut immensen Schaden anrichten.

Die Haut benötigt fetthaltige und wasserlösliche Pflegestoffe, die von Natur aus aber nicht mischbar sind. Emulgatoren sind in der Lage Wasser und Öl zu verbinden. Deshalb werden in fast allen Hautpflegeprodukten solche Bindemittel verwendet, ganz gleich welcher Preisklasse oder Marke. Zudem machen sie Hautcremes geschmeidig und länger haltbar.

Gestörte Haut Schutzbarriere - Zum Vergrößern anklicken!Experimentelle Studien von Priv. Doz. Dr. med. Johannes Wohlrab von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Halle-Wittenberg belegen den großen Schaden, den emulgatorhaltige Cremes und Lotionen in der Haut anrichten können. Ein großes Problem ist, so bestätigt die Studie, dass die mit einem Pflegeprodukt in die Haut gelangten Emulgatoren sich in der oberen Hautschicht anreichern können. Diese äußere Schicht der Haut, die sogenannte Hornschicht, sorgt für das Gleichgewicht und stellt die Schutzbarriere gegen Umwelteinflüsse und übermäßigen Feuchtigkeitsverlust dar. Wenn diese Schicht beschädigt ist, kann sie ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Kommen dann die betroffenen Hautstellen mit Wasser in Berührung, werden wichtige, hauteigene Fette aus der Haut heraus gewaschen; dieser Prozess wird daher auch als Auswascheffekt bezeichnet. Dabei entstehen Mikrorisse, durch die Hautfeuchtigkeit ungehindert entweichen und Schadstoffe sowie Mikroorganismen leichter in die Haut eindringen können. Als Folge dieses Schädigungsprozesses wird die Haut immer trockener und gereizter – das Endresultat ist häufig eine übersensible Stresshaut. Unangenehme Hautunreinheiten wie Akne, Verhornungsstörungen, Ekzeme, schuppige, fleckige und rissige Haut, sind nicht selten das Ergebnis der gestörten, natürlichen Schutzfunktion der Hornschicht.

Viele greifen von einem Pflegeprodukt zum anderen, in der Hoffnung das geeignete Mittel zu finden. Leider verschlimmert dies oft den Zustand der Haut und es kommt zu einer übersensiblen Haut. Die erfahrene Hautfachärztin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann kennt die Problematik und erläutert: „Vor allem bei trockener und sensibler Haut muss auch die besonders empfindliche Hautbarriere bei der Auswahl der Reinigungs- und Pflegeprodukte beachtet werden. Es sollten Produkte verwendet werden, die auf entfettende Inhaltsstoffe wie Tenside, Detergenzien und Emulgatoren weitgehend verzichten…“

DMS Struktur - Zum Vergrößern einfach anklicken!Besonders warnen die Experten vor oberflächenaktiven Stoffen wie zum Beispiel Seifen und reinigende Pflegemittel, die meistens einen zu hohen Anteil an Emulgatoren enthalten. Sie sind sehr aggressiv und lösen hauteigene Fettstoffe und Säuren besonders stark aus der Haut heraus, wodurch sich erhebliche Lücken im Gefüge der Schutzschichten bilden. Auch Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann betont, dass schon für eine normale Haut intensive Reinigungen eine Belastung sind, doch diese kann die gestörte Hautbarriere rasch selbst reparieren. Anders bei der empfindlichen Haut, bei der langes Duschen, heißes Baden oder entfettende, reinigende Hautpflegemittel die Hautbarriere nachhaltig beschädigen können.

Vor allem Frauen kommen aus dem Dilemma nur schwer heraus, denn sie benutzen Make-up und müssen ihre Haut gründlicher und öfter reinigen. Oft kommt es zu Spannungsgefühl, Schuppung, Rötung, Brennen, Verhornungsstörungen, Juckreiz und Akne.
Wer diese Erscheinungsformen kennt, muss davon ausgehen, bereits eine beschädigte Hautbarriere zu besitzen und sollte dringend auf Cremes, die schädliche Zusatzstoffe beinhalten verzichten. Der erste Schritt zu einer gesunden Haut beginnt mit einer intensiven und aktivierenden Aufbaupflege, damit die Haut ihre ursprüngliche Schutzfunktion wieder herstellen kann. In Apotheken oder beim Hautarzt bekommt man entsprechende Beratung und Information über Pflegeprodukte, die frei sind von schädlichen Zusatzstoffen.

Quellen:
http://www.physiogel.de/auswasch-effekt.htm
http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/hautschutz/hautschutz-fuer-die-kosmetikerin-neue-entwicklungen-in-der-hautpflege.html
http://www.g-netz.de/Gesundheit_A-Z/Index_I-N/Neurodermitis/neuroderm-9.htm
http://www.pharma-zeitung.de/Dermatologische-Kosmetik-mit-DMS.152.php